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Afrikanische Geschichte

im Historischen Seminar der LUH zu studieren bedeutet sowohl, sich mit endogenen Entwicklungen afrikanischer Gesellschaften vertraut zu machen, als auch den Kontinent in seinen multiplen Bezügen zu Europa, den Amerikas und Asien kennen zu lernen. In diesem Zusammenhang bilden die Beschleunigung und Verdichtung grenzüberschreitender Beziehungen und Verflechtungen, wie sie durch Bewegungen von Gütern, Menschen und Ideen über die Ozeane begründet worden sind und gemeinhin als Merkmal einer zunehmend imperial geprägten Neuzeit verstanden werden, einen wichtigen Ausgangspunkt für die Neuere Geschichte Afrikas bis hin zur Zeitgeschichte. Den politischen, sozialen und kulturellen Parametern und Ausdrucksformen der afrikanischen Moderne, die sich im Geflecht der ungleichen, aber wechselseitigen Beziehungen in der atlantischen und (post)kolonialen Ära herausgebildet hat, gilt dabei das vorrangige Interesse. Zeitlich stehen also die Paradigmenwechsel und Epochenbrüche des „langen“ 19. und „kurzen“ 20. Jahrhunderts im Vordergrund; räumlich rücken vor allem Regionen im Westen (Senegambien, Mali, Burkina Faso, Ghana, Sierra Leone, Liberia), Osten (Tansania, Kenia) und Süden Afrikas (Südafrika, Namibia) in den Blick. Thematisch liegt das Hauptaugenmerk auf gesellschaftlichen Transformationen, wie sie sich u. a. in politischen und sozialen Restrukturierungsprozessen (Territorialisierung, Grenz- und Gewaltregime, Ethnisierung, religiöser Wandel), der Veränderung von Produktionsweisen, Siedlungsformen und Mobilitätsstrukturen (Marktwirtschaft, Urbanisierung, Migration), zunehmender Differenzierung und Individualisierung (Geschlechter-, Familien- und Generationsbeziehungen) sowie neuen Selbst- und Weltsichten (Wissens- und Glaubenssysteme, Kulturpraktiken) niedergeschlagen haben.

 

Ausgehend von regionalwissenschaftlichen Fragestellungen verfolgt die Afrikanische Geschichte das weiter gehende Ziel, Afrika in seinen globalen Interaktionen und hinsichtlich seiner Diasporen zu verstehen. Deshalb engagiert sie sich auch im Schwerpunkt Atlantische Welt, der u. a. aus den im Historischen Seminar seit vielen Jahren untersuchten Verbindungen Afrikas mit Lateinamerika und der Karibik, aber auch Nordamerika, hervorgegangen ist. In Zusammenarbeit mehrerer Institute der Philosophischen Fakultät wurde in diesem Zusammenhang der interdisziplinäre Masterstudiengang „Atlantic Studies in History, Culture and Society“ eingerichtet. Darüber hinaus beteiligt sich die Afrikanische Geschichte am interdisziplinären Lehr- und Forschungsschwerpunkt „Transformation Studies“. Er adressiert sich vor allem an Promovend/inn/en und Nachwuchswissenschaftler/inne/n, bietet jedoch auch Wahlpflichtmodule für Geschichtsstudierende aller Studienstufen an.

Neben diversen Wissenschafts- und Lehrkooperationen mit deutschen und europäischen Universitäten unterhält die Afrikanische Geschichte vor allem auch Kooperationsbeziehungen zu verschiedenen afrikanischen Universitäten und Forschungseinrichtungen (Senegal, Ghana, Südafrika) sowie zur Universität Lincoln/Nebraska, die für Studien- und Praktikumsaufenthalte, zu Exkursions- und Forschungszwecken sowie für den Dozierendenaustausch genutzt werden.

"Knowledge for Tomorrow - Postdoctoral Fellowships in the Humanities in
Sub Saharan Africa and North Africa"
ist das neueste interdisziplinäre Projekt der Afrikanischen Geschichte unter der Leitung von Prof. Dr. Brigitte Reinwald. Gefördert wird es durch die Volkswagen Stiftung. Nähere Informationen gibt es auf der Website des Projektes.

Abbildungen:
Oben: Baobab im Hof des ehem. Gouverneurpalastes in Gorée, Sénégal, Fotografie: Brigitte Reinwald
Unten: Fotomontage von Stefan Mazur

Hauptamtlich Lehrende