Forschung zur Geschichte Afrikas

Das vorrangige Interesse der in Hannover betriebenen Forschung zur Geschichte Afrikas gilt den politischen, sozialen und kulturellen Parametern und Ausdrucksformen der afrikanischen Moderne, die sich im Geflecht dieser ungleichen, aber wechselseitigen Beziehungen in der atlantischen und (post)kolonialen Ära herausgebildet haben. Zeitlich stehen die Paradigmenwechsel und Epochenbrüche des „langen“ 19. und „kurzen“ 20. Jahrhunderts im Vordergrund; räumlich rücken vor allem Regionen im Westen (Senegambien, Mali, Burkina Faso, Ghana, Sierra Leone, Liberia) und Osten (Tansania, Kenia) in den Blick. Thematische Schwerpunkte sind politische und soziale Restrukturierungsprozesse (Territorialisierung, Grenz- und Gewaltregime, Ethnisierung, religiöser Wandel), die Veränderung von Produktionsweisen, Siedlungsformen und Mobilitätsstrukturen (Marktwirtschaft, Urbanisierung, Migration), Differenzierung und Individualisierung (Geschlechter-, Familien- und Generationsbeziehungen) sowie Selbst- und Weltsichten (Wissens- und Glaubenssysteme, Kulturpraktiken).

LAUFENDE FORSCHUNGSPROJEKTE

  • Knowledge for Tomorrow–Post-doctoral Fellowships in the Humanities in Sub Saharan and North Africa wird seit 2013 von der VolkswagenStiftung gefördert und von Prof. Brigitte Reinwald und Rahel Kühne-Thies koordiniert. https://www.vwfoundation-humanities.uni-hannover.de/
  • Anthropology and Contemporary Visual Arts from the Black Atlantic: between the Art Museum and the Ethnological museum in the Global North A Series of three International Summer Schools (Dakar, Senegal – March 2019; Hannover, Germany - April 2020, and Salvador de Bahia, Brazil - June 2021) funded by the Volkswagen Foundation.

DISSERTATIONSPROJEKTE

Abgeschlossene Dissertationsprojekte

„Disparate Zukunftsvorstellungen. Kolonialbewegte Jugend zwischen der Weimarer Republik und dem Mandatsgebiet Südwestafrika“,
Datensatz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: http://d-nb.info/1159783918
Bearbeiterin: Dr. Susanne Heyn
Betreuerinnen: Prof. Dr. Brigitte Reinwald / Prof. Dr. Kirsten Rüther (Universität Wien)
Förderung: Hans Böckler Stiftung

„Afrikanische Initiativen zur Abolition an der Goldküste, 1841-1897. Die Einstellung lokaler Akteure zu Sklaverei und Sklavenhandel“, veröffentlicht als: „Von Sklaverei und Freiheit. Afrikanische Initiativen zur Abolition an der Goldküste (1841-1897) (Frankfurt/Main: Campus 2019)
Datensatz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: http://d-nb.info/1170358632
Bearbeiter: Dr. Steffen Runkel
Betreuer/innen: Prof. Dr. Brigitte Reinwald / Prof. Dr. Jan-Georg Deutsch (†), Universität Oxford
Förderung: DFG (Verbundprojekt „Nach der Sklaverei. Die Karibik und Afrika im Vergleich“)

 

Laufende Dissertationsprojekte

"Traditions can be changed: Tanzanian nationalist debates around decolonizing ‘race’ and gender, 1960s-1970s” (Promotionsverfahren eröffnet)
Bearbeiter: Harald Barre, M.A.
Betreuer/innen: Prof. Dr. Brigitte Reinwald / Prof. Dr. Mathias Bös (Institut für Soziologie, LUH)

„Im Spannungsfeld von Nord-Süd-Beziehungen und Ost-West-Konflikt.
Entwicklungspolitische Fortbildungen afrikanischer Fachkräfte in beiden deutschen Staaten 1956-1976“ (Arbeitstitel)
Bearbeiterin: Jana Otto, M.A.
Betreuerinnen: Prof. Dr. Birthe Kundrus (Universität Hamburg) / Prof. Dr. Brigitte Reinwald (Zweitbetreuung)

„Strafexpedition oder bewusste Verkaufsstrategie? Analyse einer komplexen Objektbiografie. Angewandte postkoloniale Provenienzforschung“ (Arbeitstitel)
Bearbeiterin: Bianca Baumann, M.A.
Betreuerin: Prof. Dr. Brigitte Reinwald
Förderung: VolkswagenStiftung (Kooperationsprojekt: Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie Niedersachsens - PAESE)
https://www.landesmuseum-hannover.de/haus/forschung/paese/

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