ForschungGeschichte Afrikas
Dissertationsprojekte

Dissertationsprojekte

ABGESCHLOSSENE DISSERTATIONEN

„Disparate Zukunftsvorstellungen. Kolonialbewegte Jugend zwischen der Weimarer Republik und dem Mandatsgebiet Südwestafrika“, veröffentlicht als: „Kolonial bewegte Jugend. Beziehungsgeschichten zwischen Deutschland und Südwestafrika zur Zeit der Weimarer Republik (Bielefeld: transcript 2019)

Datensatz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: http://d-nb.info/1159783918
Bearbeiterin: Dr. Susanne Heyn
Betreuerinnen: Prof. Dr. Brigitte Reinwald / Prof. Dr. Kirsten Rüther (Universität Wien)
Förderung: Hans Böckler Stiftung

 

„Afrikanische Initiativen zur Abolition an der Goldküste, 1841-1897. Die Einstellung lokaler Akteure zu Sklaverei und Sklavenhandel“, veröffentlicht als: „Von Sklaverei und Freiheit. Afrikanische Initiativen zur Abolition an der Goldküste (1841-1897) (Frankfurt/Main: Campus 2019)

Datensatz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: http://d-nb.info/1170358632
Bearbeiter: Dr. Steffen Runkel
Betreuer/innen: Prof. Dr. Brigitte Reinwald / Prof. Dr. Jan-Georg Deutsch (†), Universität Oxford
Förderung: DFG (Verbundprojekt „Nach der Sklaverei. Die Karibik und Afrika im Vergleich“)

 

"Traditions can be changed: Tanzanian nationalist debates around decolonizing ‘race’ and gender, 1960s-1970s”

National independencies in Africa harbored a multitude of hopes, fears and expectations. Tanganyika (the mainland of today's Tanzania), being the first East African state to gain independence in 1961, was no exception to this. A spectrum of Tanzanians worked devotedly to build a society in a country that had been shaped by the “racial” and gender order as well as economic exploitation of colonialism.  After independence, not only politicians but also a public that supported the broad direction of Nyerere’s politics began to explore and debate the specific implications for Tanzania’s nation building project. This project explores how a nation that emerged out of decades of colonialism attempted to restructure itself in independence. In doing so it demonstrates that in the course of the 1960s an increasing spectrum of social groups seized upon the opportunity to voice their opinions, critique and visions for an independent nation. While some aspects, such as the significance of "race" were heavily moderated by the editors, calls for gender equality developed a rather independent dynamic, which included a mounting government critique. However, this development began to dwindle quickly with the independence of the former Portuguese colonies in 1975.

Bearbeiter: Dr. des. Harald Barre
Betreuer/innen: Prof. Dr. Brigitte Reinwald / Prof. Dr. Mathias Bös (Institut für Soziologie, LUH)


LAUFENDE DISSERTATIONSPROJEKTE

 

„Fachkräfte für die Entwicklung. Fortbildungskooperationen zwischen Ghana und den beiden deutschen Staaten, 1956-1976"

 Ab Mitte der 1950er Jahre organisierten sowohl die BRD als auch die DDR entwicklungspolitische Fortbildungsprogramme für ausländische Fachkräfte. Die konkurrierenden Programme in Ost und West zählten zu den ersten größeren Entwicklungsprojekten der beiden deutschen Staaten. Im Unterschied zu anderen entwicklungspolitischen Maßnahmen fanden die Fortbildungen nicht in Asien oder Afrika, sondern in Deutschland statt. Die deutsch-deutsche Konkurrenz war besonders groß, wenn afrikanische oder asiatische Regierungen Fachkräfte nach Ost- und nach Westdeutschland entsandten, so dass eine Dreieckskonstellation entstand. Die Auswirkungen dieser triangulären Konstellation sollen anhand eines Fallbeispieles betrachtet werden: der Fortbildungskooperation mit Ghana. Der westafrikanische Staat arbeitete als einer der ersten sowohl mit der BRD als auch mit der DDR zusammen.

Das Dissertationsprojekt analysiert die westdeutschen und die ostdeutschen Programme im Vergleich. Ausgehend vom Forschungskonsens, dass die Entwicklungspolitik stark vom Systemkonflikt geprägt war, fragt die Arbeit danach, wie die deutschen und afrikanischen Akteure dies in der konkreten Interaktion verhandelten. Im Zentrum steht damit eine doppelte Fragestellung: Welche Interessen verbanden die beteiligten Regierungen mit den Aus- und Fortbildungsprogrammen? Und: Inwiefern beeinflussten der Ost-West-Konflikt und die Nord-Süd-Beziehungen die Projekte – beziehungsweise welche anderen Faktoren wirkten sich darauf aus?

Indem nicht nur die ost- und westdeutschen Beteiligten, sondern auch die afrikanischen Staaten und Teilnehmer als Akteure in die Untersuchung einbezogen werden, ermöglicht die Studie eine transnationale Perspektive auf die Geschichte der deutschen Entwicklungspolitik. Darüber hinaus bietet die Analyse der Bildungskooperation zwischen Ghana und der Bundesrepublik sowie der DDR neue Einblicke in die spezifischen Beziehungen dieser drei Staaten.

Bearbeiterin: Jana Otto, M.A.
Betreuerinnen: Prof. Dr. Birthe Kundrus (Universität Hamburg) / Prof. Dr. Brigitte Reinwald (Zweitbetreuung)
https://www.geschichte.uni-hamburg.de/forschung/doktoranden/otto.html

 

„Erwerbsstrategien und Wissensproduktion von Objekten der kolonialen Kamerun-Sammlung des Landesmuseums Hannover" (Arbeitstitel)

 

Das Dissertationsvorhaben untersucht die Entstehung der ethnografischen Sammlung des Landesmuseums Hannover mit Fokus auf die kolonialen Erwerbungen von Objekten aus Kamerun. Besonderes Augenmerk gilt zum einen den Kontexten der Objekterwerbungen, d.h. den sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen, politischen und legalen Begleitumständen, unter denen die Objekte den/die Besitzer gewechselt haben. Zum anderen sollen die in den Prozess des Objekttausches involvierten Akteursgruppen, der damit einhergehende soziale Wissenstransfer, die Wissensproduktion und der Bedeutungswandel der Objekte sowie Sammlungspraktiken und Präsentationsformen des Provinzial- bzw. Landesmuseums Hannover analysiert werden. Ziel ist es, zu zeigen, inwiefern einzelne Akteure Einfluss auf das soziale Leben und die Zuschreibung von Bedeutungen der Objekte ausgeübt und welche Rolle Objekte aus den Kolonien in den Ausstellungen des Provinzial- beziehungsweise Landesmuseums Hannover im Allgemeinen gespielt haben.

Die Arbeit möchte ferner demonstrieren, dass ein methodisch holistischer Ansatz, der ethnografische und historiographische Forschungsmethoden miteinbezieht und somit einen Perspektivenwechsel zulässt sowie die soziopolitischen Rahmenbedingungen berücksichtigt, unverzichtbar ist, um postkoloniale Provenienzforschung konsequent zu betreiben.

Bearbeiterin: Bianca Baumann, M.A.
Betreuerin: Prof. Dr. Brigitte Reinwald
Förderung: VolkswagenStiftung (Kooperationsprojekt: Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie Niedersachsens - PAESE)

www.postcolonial-provenance-research.com

 

 

„Fragmente kolonialen Sammelns. Erinnerungskulturen zur Kamerun-Sammlung von Kurt Strümpell (1872-1947) im Museum und der mündlichen Überlieferung“ (Arbeitstitel)

Das Dissertationsprojekt befasst sich mit den Objekten, die Kurt Strümpell, ein von 1900-1912 in der deutschen Kolonie Kamerun eingesetzter Offizier aus Braunschweig dem Museum seiner Heimatstadt übergeben hat. Untersucht werden soll, wie und unter welchen Umständen Strümpell an die Objekte gelangte, welche Erwerbsmodalitäten es gab und wie diese in Zusammenhang mit der deutschen Kolonialherrschaft standen. Dabei sollen Gewaltkontexte ebenso wie die Vielfalt und Komplexität von Objekterwerben im kolonialen Kontext berücksichtigt werden.

Ausgehend von Fragen der Provenienz geht die Untersuchung verschiedenen Erinnerungskulturen zur Sammlung nach und fragt, inwiefern (post)koloniale Strukturen in diese eingeschrieben sind. Wie wurden und werden koloniale Erwerbskontexte erinnert oder beschwiegen? Anhand der musealen Dokumentation wird die kolonialzeitliche Erinnerungskultur befragt. Für die Erforschung der Erinnerungskultur in Kamerun werden Interviews mit Vertretenden von Herkunftsgemeinschaften geführt. Als Basis für eine postkoloniale Erinnerungskultur am Städtischen Museum Braunschweig schließlich wird Provenienzforschung mithilfe weiterer archivalischer Quellen, Publikationen von Strümpell und aktueller Forschungsliteratur betrieben.

 

Bearbeiterin: Isabella Bozsa, M.A.

Betreuerin: Prof. Dr. Brigitte Reinwald

Förderung: VolkswagenStiftung (Kooperationsprojekt: Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie Niedersachsens - PAESE)

https://www.postcolonial-provenance-research.com/