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Geschichte Lateinamerikas und der Karibik

Über Geschichte und Gesellschaft Lateinamerikas und der Karibik wird am Historischen Seminar zwar seit Jahrzehnten gelehrt und geforscht, aber erst 2010 wurde eine eigens dafür zuständige Professur eingerichtet. Regionale Schwerpunkte sind Mexiko, die Karibik (Kuba, Haiti, Martinique, Jamaica), Mittelamerika (Nicaragua, Guatemala, Costa Rica) sowie Brasilien. Profilbildend in der Forschung sind politik-, sozial- und kulturhistorische Perspektiven, zeitlich stehen die Entwicklungen des 19. und 20. Jahrhunderts im Vordergrund. In der Lehre reicht der zeitliche Rahmen vom 15. Jahrhundert bis zur Zeitgeschichte. Die Beschäftigung mit Lateinamerika und der Karibik verfolgt in Hannover den Ansatz, den Kontinent in seinen globalen Zusammenhängen zu verorten und die damit verbundenen Prozesse und Erfahrungen seit der Eroberung und Kolonisierung durch die Europäer zu analysieren. Ausgangspunkt dessen, was wir heute unter „Globalisierung“ verstehen, war die Entdeckung einer für die Europäer „neuen Welt“ und ihrer Menschen. Das Studium der Geschichte Lateinamerikas und der Karibik ermöglicht einen Einblick in die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Folgen der Kolonisierung und die damit verbundenen Erfahrungen von Ungleichheit, die das Verhältnis zwischen den verschiedenen ethnischen und sozialen Bevölkerungsgruppen des Kontinents bis heute beeinflussen. Besonderes Augenmerk gilt den atlantischen Verknüpfungen, die Lateinamerika mit Europa und Afrika verbinden. Im Zentrum stehen hier die Impulse, die vom Süden ausgehend auf Europa zurückwirkten. Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre stehen Fragestellungen nach Migrationsbewegungen, transnationalen Verbindungen und kulturellen Transfers und der Wandel von Identitäten, Zugehörigkeiten und Ethnizitäten im Vordergrund. Gefragt wird aber auch nach lokalen, regionalen und nationalen Wandlungsprozessen, die die Gesellschaften Lateinamerikas und der Karibik seit der Unabhängigkeit im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart prägen.

Die Geschichte Lateinamerikas und der Karibik ergänzt den atlantischen Schwerpunkt des Historischen Seminars und steht deshalb in einem engen Arbeitszusammenhang mit der Afrikanischen Geschichte, der Geschichte des Mittelalters, der Frühen Neuzeit und der Europäischen Neuzeit- bzw. Zeitgeschichte. Methodisch reicht die Spannweite von kulturhistorischen Transkulturations- und Transfermodellen, Oral History, Gender- und Biografieforschung, diskursanalytischen sowie mikro- und makrogeschichtlichen Ansätzen. Die Entstehung von Geschichtsbewusstsein sowie die Fragen nach Erinnerungsorten und Symbolen gehören ebenfalls dazu, wodurch ein Bezug zur Gegenwart hergestellt wird.

Das Fachgebiet ist Teil von (inter)nationalen und interdisziplinären Forschungsverbünden. An erster Stelle steht die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Rahmen des Masterstudiengangs „Atlantic Studies in History, Culture and Society“ sowie des Lehr- und Forschungsschwerpunkts "Centre for Atlantic and Global Studies“. Im Rahmen der Wissenschaftsorganisationen ist das Fach Teil der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Lateinamerikaforschung (ADLAF); außerdem gehört es dem vom BMBF geförderten Kompetenznetz Lateinamerika an, das die Lateinamerikaexpertise der Universitäten Köln, Bonn, Münster, Bielefeld und Hannover bündelt. Darüber hinaus bestehen Verbindungen zu Universitäten und Forschungszentren in Lateinamerika, der Karibik, Europa, den USA und Kanada, die auch wichtige Anknüpfungspunkte für Studienaufenthalte im Ausland bilden.

Hauptamtlich Lehrende