Die Neuere und Neueste Geschichte an der Leibniz Universität widmet sich den Umbrüchen und Kontinuitäten vom frühen 19. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart. Im Mittelpunkt stehen Deutschland und Europa in ihren globalen Verflechtungen. Dabei verschränken sich verschiedene räumliche Ebenen: Lokale und regionale Entwicklungen werden ebenso in den Blick genommen wie nationale und transnationale Zusammenhänge.
Zu den zentralen Forschungsfeldern gehören der Wandel von Politik und Regierungspraktiken, die Geschichte der Demokratie und ihrer Verächter sowie die sich verändernden Verhältnisse zwischen Stadt und Land. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Wissensgeschichte: Moderne Gesellschaften haben sich selbst beobachtet und systematisch Wissen über sich erzeugt. Diese Selbstreflexivität ist nicht nur ein Gegenstand der Forschung, sondern stellt auch das Fach selbst vor grundlegende Fragen – denn die Geschichtswissenschaft war und ist Teil jener gesellschaftlichen Selbstverständigung, die sie zu beschreiben sucht.
Gegenwärtig gibt es im Forschungsgebiet Projekte zur „Preparedness“ im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, zur (Vor-)Geschichte der so genannten „Reichsbürger-Bewegung“ sowie zur Entwicklung und Problematisierung ländlicher Räume seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Unsere Gegenwart lässt sich nur mit einem kritischen Blick auf die Vergangenheit verstehen. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir es in der Gegenwart nur mit durch die Vergangenheit determinierten Prozessen zu tun haben; ebenso wenig lässt sich die Vergangenheit nur als Vorgeschichte der Gegenwart verstehen. Denn Kontinuitäten haben eine ebenso große Bedeutung wie Brüche oder die Wiederentdeckung und Indienstnahme von Geschichte. Auf die kritische Durchmusterung von Vergangenheit und Gegenwart zielen Forschung und Lehre im Fachgebiet Neuere und Neueste Geschichte.
Team des Fachgebietes Neuere und Neueste Geschichte
Fachgebietsleitung
30167 Hannover
Mitarbeiter (DFG-Forschungsprojekt)
© Marie-Luise Kolb / LUH
30167 Hannover
© Marie-Luise Kolb / LUH
Mitarbeiter (Public History)
© Sven Brauers
30167 Hannover
© Sven Brauers
Mehr noch als andere Epochen ist die Zeitgeschichte durch die zunehmenden Wechselwirkungen von Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Kultur sowie durch transnationale Verflechtungen gekennzeichnet. Diesen – auch als das Jahrhundert der Bilder – gekennzeichneten Zeitraum unter den Begriff der Zeitgeschichte zu subsumieren, scheint auch insofern geboten, als er sich im historischen Gedächtnis unserer Gegenwart vom Kontinuum vorangegangener Jahrhunderte klar abhebt, weil er medial anhaltende Präsenz hat.