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Studium der Geschichtswissenschaft

Halten Sie es für wichtig, dass man die Folgen der Apartheid-Politik in Südafrika untersucht? Finden Sie es spannend, die Arbeitsweise der Stasi in der DDR mit der Gestapo im Dritten Reich zu vergleichen? Wussten Sie, dass vor etwa hundert Jahren eine der wichtigsten Fähigkeiten eines Dienstmädchens war, gut »Feuer schlagen« zu können? Interessiert Sie, warum Quinctilius Varus im Jahre neun nach Christus durch Niedersachsen zog und welches die Ziele römischer Germanien­politik waren? Möchten Sie wissen, warum Menschen die Schrift er­fanden? Möchten Sie das Alltagsleben eines Dorfes aus Kirchenbüchern des 18. Jahr­hunderts rekonstruieren oder eine afrikanische Großstadt anhand von Lebens­geschichten erkunden? Geschichte ist sehr vielseitig. Die Geschichtswissenschaft erforscht, wie Menschen unter verschiedenen zeitlichen, natürlichen und sozialen Bedingungen lebten, dachten und handelten. Das Studium der Geschichte befähigt dazu, die Fülle historischer Informationen über den Menschen zu ordnen und Zusammenhänge kritisch zu erschließen. Geschichte hilft, unsere heutige Zeit zu verstehen und sich die Zukunft vorzustellen.

Spürsinn gefragt

Lieben Sie es, sich in Bibliotheken durch Berge von Büchern zu arbeiten oder im Internet nach historischen Fotografien zu fahnden? Faszinieren Sie die Totenbücher eines mittelalterlichen Klosters genauso wie die Aufzeichnungen eines mexika­nischen Freiheitskämpfers aus dem 20. Jahrhundert? Wenn Sie Geschichte stu­dieren, sollten Sie neugierig, findig und geduldig sein, um historische Sachverhalte zu ermitteln, miteinander zu kombinieren und durch Theorien zu erklären. Es ist wichtig, dass Sie gerne lesen und sich die Quellen vergangener Zeiten methodisch genau erschließen. Sie brauchen Fremdsprachenkenntnisse und sollten sich auch selber sprachlich gut ausdrücken können.

Forschung und Lehre in Hannover

Das Lehrangebot des Historischen Seminars der Leibniz Universität Hannover umfasst die gesamte Breite des Faches Geschichte mit den Teilgebieten Alte Geschichte, Mittelalterliche Geschichte, Frühneuzeitliche und Neuere Geschichte/Zeitgeschichte. Das Schwergewicht liegt auf der Geschichte der Neuzeit. Geographisch richtet sich der Blick auf Deutschland, West- und Osteuropa sowie Afrika und Amerika. Methodisch stehen besonders die Politik-, Sozial-, Mentalitäts- und Kulturgeschichte sowie die Geschlechtergeschichte im Mittelpunkt. Eine Besonderheit sind die interdisziplinären Forschungen über Europa und außereuropäische Gesellschaften. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt des Seminars liegt in der praxisnahen Ausbildung.

Praxisnahe Ausbildung und Auslandserfahrungen

Mit Exkursionen, berufspraktischen Veranstaltungen, allgemeinen Berufs- und Schulpraktika können sich die Studierenden am Historischen Seminar eine solide Berufsbasis erarbeiten, die durch viele außeruniversitäre Kontakte der Lehrenden und durch Praxisveranstaltungen vor Ort ergänzt wird. Über EU-Austauschprogramme können Studierende an zahlreichen europäischen Partneruniversitäten ihr Studium im Ausland vertiefen. Die Lehrenden und Studierenden pflegen darüber hinaus mit außereuropäischen Universitäten einen regelmäßigen Austausch.

Berufsfelder

Für Historikerinnen und Historiker bieten sich Arbeitsfelder in Politik, Kultur und Wirtschaft an. Ehemalige Studierende arbeiten an Schulen und Hochschulen, in Fort- und Weiterbildungseinrichtungen, im Dokumentations- und Verlagswesen, in Archiven, Bibliotheken, Museen, im Auswärtigen Dienst, in internationalen Organisationen und besonders auch im Medienbereich. Sie sollten allerdings bedenken, dass der Bachelor- und der fachwissenschaftliche Masterstudiengang nicht auf einen bestimmten Beruf zugeschnitten sind und für viele der möglichen Tätigkeiten eine zusätzliche berufsbezogene Ausbildung gefordert wird.