• Zielgruppen
  • Suche
 

Forschung

Allgemein

Willkommen auf der Forschungsseite des Historischen Seminars!

Geschichte Afrikas und Lateinamerikas

Die Leibniz Universität Hannover startet in die Hauptphase des Maria Sibylla Merian International Centre for Advanced Studies in the Humanities and Social Sciences - Center for Advanced Latin American Studies (CALAS) 2019-2025.

 

Coping with Crises. Wie lösen Gesellschaften in Lateinamerika Krisen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Center for Advanced Latin American Studies (CALAS), das seit 2017 mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit Hauptsitz in Guadalajara/Mexiko, aufgebaut wird. Nach erfolgreicher Evaluation und der Bewilligung von weiteren 12 Mio. € kann das Projekt jetzt in seine Hauptphase (2019-2025) starten. Es handelt sich um das umfangreichste Forschungsprojekt zu Lateinamerika, das bisher mit Bundesmitteln gefördert wurde.

Projektleiterinnen und -leiter sind auf deutscher Seite Prof. Dr. Christine Hatzky vom Centre for Atlantic and Global Studies (CAGS) dieses von der Universität Bielefeld (Prof. Dr. Olaf Kaltmeier) koordinierten Verbundprojekts. Weitere Verbundpartnerinnen und Partner sind Prof. Dr. Hans-Jürgen Burchardt (Universität Kassel), sowie und Prof. Dr. Claudia Hammerschmidt von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. CALAS setzt als internationaler und interdisziplinärer  Leuchtturm neue Akzente in der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung in Lateinamerika, wird Spitzenforschung fördern und lateinamerikanische und deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dauerhaft vernetzen.

Im Mai 2019 startet das erste Laboratory of Knowledge („Wissenslabor“), das Übergänge von Gewalt und Frieden in Lateinamerika erforscht. Projektleiterinnen und -leiter sind Prof. Dr. Christine Hatzky, Prof. Dr. Joachim Michael (Universität Bielefeld), und Prof. Dr. David Díaz und Professor Dr. Werner Mackenbach, beide von der Universität Costa Rica.  Ziel des Verbundprojekts ist es, nicht über Lateinamerikanerinnen und Lateinamerikaner zu forschen, sondern mit ihnen auf wissenschaftlichem Spitzenniveau neue – auch transregionale wissenschaftliche – Ansätze für Problemlösungen in der Praxis zu erarbeiten. Die Einrichtung des CALAS-Merian Zentrums in Guadalajara durch die vier deutschen Projektträger erfolgt in enger Vernetzung mit den CALAS-Regionalzentren in San José/Costa Rica, Buenos Aires/Argentinien und Quito/Ecuador. Die Vertreterinnen und Vertreter der Leibniz Universität Hannover und der Universität Costa Rica bilden zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen der Universidad de Costa Rica das Regionalzentrum „Zentralamerika und Karibik“. Mit dieser dezentralen Konstellation soll CALAS auf ganz Lateinamerika ausstrahlen.

Lateinamerika zeichnet sich wie kaum eine andere Weltregion des globalen Südens durch die kreative Suche nach kulturellen und politischen Strategien zur Bewältigung multipler Krisen aus, die gesellschaftlichen Wandel begleiten und neue Entwicklungspfade aufzeigen. Doch sind die Gesellschaften des Kontinents weder konfliktfrei, noch verläuft die Entwicklung linear und geplant, sondern ist vielmehr nicht selten mit Krisen verbunden. Der interdisziplinäre Projektverbund wird die gegenwärtigen Problemlagen der Gesellschaften Lateinamerikas, ihre Nord-Süd-Verflochtenheit historisch tiefenscharf und im Hinblick auf den dynamischen Gesellschaftswandel untersuchen, den diese Konstellationen im 21. Jahrhundert ausgelöst haben. Ursachen von Krisen und ihre Bewältigungsstrategien stehen zwischen 2019 und 2025 unter weiteren Gesichtspunkten im Mittelpunkt:

 

  • Soziale Ungleichheiten und ihre Herausforderungen
  • Sozial-ökologische Transformation und Umweltschutz
  • Regionale Identitäten/Identitätsbildungsprozesse

 

Ab 2019 werden bis zu 20 renommierte internationale Lateinamerika-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Fellows gleichzeitig am CALAS Hauptsitz in Guadalajara sowie in den Regionalzentren in Lateinamerika an Konzepten und Forschungsfragen arbeiten. CALAS etabliert außerdem Postgraduiertenprogramme und richtet internationale Konferenzen und Workshops in Guadalajara und den Regionalstandorten in Lateinamerika und Deutschland aus.


 

EU-Projekt “ConnecCaribbean” RISE / Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA) der Förderlinie Horizon 2020 (2019-2023) - ConnecCaribbean/Connected Worlds: The Caribbean, Origin of the Modern World – Vernetzte Welten: Die Karibik, Ursprung der modernen Welt

Gemeinsam mit PD Dr. Ulrike Schmieder (Historisches Seminar) und Natscha Rempel M.A. (Romanisches Seminar) ist Prof. Dr. Christine Hatzky als Projektleiterin am internationalen und interdisziplinären Verbundprojekt „ConnecCaribbean“ beteiligt. Im Rahmen der Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA) des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 der Europäischen Union wird es seit dem 01.01.2019 für vier Jahre mit 1,9 Mio. Euro gefördert.

Der Titel „Connected Worlds: The Caribbean, Origin of the Modern World“ verweist auf die Karibik als zentralen geopolitischen Raum, der innerhalb der atlantischen Welt aber auch darüber hinaus auf vielfältige Weise vernetzt ist. Das Projekt bietet durch vielfältige Aktivitäten und Gastaufenthalte die Möglichkeit internationaler wissenschaftlicher Vernetzung: Beteiligt sind insgesamt 84 Professor*innen und Forscher*innen, die zur Karibik arbeiten und insgesamt 15 verschiedene Universitäte

In Europa: Spanien: Agencia Estatal del Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CISC), Madrid (Projektkoordination); Universidad Pablo de Olavide, Sevilla; Universidad de Sevilla; Ediciones Doce Calles, Madrid; Deutschland: Leibniz Universität Hannover; Frankreich: IHEAL-Université Sorbonne Nouvelle, Paris; Italien: Università Cattolica del Sacro Cuore, Mailand.

In Lateinamerika und der Karibik: Dominikanische Republik: Centro de Estudios Caribeño-Pontificia Universidad Católica Madre y Maestra, Santo Domingo; Kuba: Academia de la Historia de Cuba, La Habana; Costa Rica: Centro de Investigaciones Históricas de América Central (CIHAC)-Universidad de Costa Rica, San José; Kolumbien: Universidad del Norte, Barranquilla; Universidad Nacional del Magdalena, Santa Marta;  Puerto Rico: Universidad del Turabo-SUAGM, Gurabo; Chile: Departamento de Literatura, Centro de Estudios Culturales Latinoamericanos (CECLA)-Universidad de Chile, Ñuñoa; Frankreich: Laboratoire Caribéen de Sciences Sociales - Université des Antilles, Martinique.

Die an ConnecCaribbean beteiligten Forscher*innen untersuchen die Verbindungen zwischen der Karibik, Europa und Lateinamerika. Mit einem interdisziplinären und transregionalen Ansatz behandeln sie Themen, die die atlantische Welt seit 1492 prägten und die Region bis heute als Schnittstelle unterschiedlicher Welten begreifen, charakterisiert durch ethnische Vielfalt in Postemanzipationsgesellschaften und den ihr innewohnenden Rassismus, durch die Auswirkungen imperialer Politik, die auch Kulturen des Widerstands hervorgebracht hat und ganz allgemein durch eine intensive Zirkulation von Wissen und Bildern innerhalb und außerhalb der Region.

In der Kolonialzeit, als die Karibik von verschiedenen europäischen Mächten beherrscht wurde, war sie zwar geografisch zwar weit von den politischen Machtzentren der Mutterländer entfernt, aber durch den Anbau von Zucker, Kaffee, Kakao oder Indigo dennoch ein zentraler Motor einer neuen, kapitalistischen Wirtschaftsweise deren Reichtümer auf Sklavenarbeit basierte sowie auf Landbesitz und Kapital in Europa und einem lukrativen transatlantischen Handel. In der Karibik sind auch deshalb die Ursprünge unserer modernen Welt zu suchen.

Europäische Expansion und Kolonialismus standen aber auch am Beginn der Entwicklung neuer Kulturen, Lebensweisen und Identitäten: Europäer trafen auf Indigene und verschleppten im Verlauf der Jahrhunderte Afrikaner und Asiaten in die Region. Entstanden sind daraus eine Vielfalt unterschiedlicher Geschwindigkeiten und eine Vielzahl von Akteuren mit ganz unterschiedlichen Interessen. Diese Diversität prägte die wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Kontakte zwischen den einzelnen Inseln und mit den kontinentalen Küsten, von den Guyanas bis zur mexikanischen Halbinsel Yucatan und Florida, durch Panamas Landenge bis hin zur Pazifikküste Kolumbiens und Ecuadors. Dabei ist die Karibik bis heute eng mit dem übrigen amerikanischen Kontinent, mit Europa und dem Rest der Welt verbunden.

Das Centre for Atlantic and Global Studies (CAGS) wird in den nächsten vier Jahren Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler aus Costa Rica, Chile, Kolumbien und der Dominikanischen Republik empfangen, um gemeinsam mit ihnen Ideen und Forschungsansätze zu diskutieren und weitere gemeinsame Forschungsprojekte zu entwickeln.

Ein Video mit einer Projektbeschreibung (spanisch) sehen Sie hier.

 

 Weitere Forschungsprojekte

 

Symposium „Dealing with Violence - Resolving Conflicts in Africa, Latin America and the Caribbean“ vom 5. bis 7. Oktober 2020 im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Hannover

Förderung: Volkswagenstiftung
Betreuerin: Prof. Dr. Christine Hatzky
weitere Projektbeteiligte: Prof. Dr. Wolfgang Gabbert, Arbeitsbereich Kulturanthropologie und Weltgesellschaft, Institut für Soziologie, Leibniz Universität Hannover und Prof. Dr. Brigitte Reinwald, Afrikanische Geschichte, Historisches Seminar, Philosophische Fakultät, Leibniz Universität Hannover

 

„Zwischen machismo und Befreiung. Die sandinistische Revolution und die bundesdeutsche Nicaragua-Solidaritätsbewegung 1978-1991. Eine genderspezifische Perspektive“
Bearbeiterin: Friederike Appelt M.A.
Betreuerin: Prof. Dr. Christine Hatzky
Förderung: DFG

 Bei den Erben Sandinos. Die transnationale Konstruktion des Nicaraguabildes durch die bundesdeutsche Solidaritätsbewegung und die FSLN (1977-1990)
Bearbeiter: Dr. des. Christian Helm
Bertreuerin: Prof. Dr. Christine Hatzky

“Assim, idealizei um conjunto residencial popular, destinado à classe operária…” Social Housing, Socio-Spatial Segregation and Territorial Stigmatization in Brazil: The Case of the Conjunto IAPI, Belo Horizonte, c. 1940 ˗ 1973
Bearbeiter: Dr. des. Mario Peters
Bertreuerin: Prof. Dr. Christine Hatzky

 

„Eduard Friedrich Poeppig (1798–1868) - Wissenstransfer zwischen Lateinamerika und Deutschland im 19. Jahrhundert“
Bearbeiterin
: Editha Schubert
Betreuerin: Prof. Dr. Christine Hatzky

 

Die Abschaffung der Sklaverei in der Herrnhuter Mission
Prof. Dr. Claus Füllberg-Stolberg

Afroamerikanische Siedler und Missionare in Westafrika
PD Dr. Katja Füllberg-Stolberg


Afrikanische Initiativen zur Abolition
Prof. Dr. Brigitte Reinwald

 

 

Alte Geschichte


1. Monographie: Das Kartell der Agathoi. Die Institutionalisierung von Konkurrenz in der griechischen Archaik

In den kommenden Jahren wird Prof. Seelentag seineForschungen zur soziopolitischen Kultur des archaisch-klassischen Kreta in ein größeres Bild einordnen und der Frage nachgehen, wie sich seit etwa 700 v.Chr. institutionalisierte Organisationsformen in der Welt der griechischen Poleis verbreiteten. Konkret fragt er in seinem aktuellen monographischen Projekt Das Kartell der Agathoi. Die Institutionalisierung von Konkurrenz in der griechischen Archaik nach den Akteuren von Institutionalisierung in dieser Zeit, ihren jeweiligen Motivationen und Handlungsspielräumen. Zu diesem Zweck habt Prof. Seelentag auf Grundlage der Soziologie Georg Simmels und Elementen der Spieltheorie ein Modell des ‘Kartells’ entwickelt, welches uns ein neues Verständnis soziopolitischer Prozesse aus (modell-)akteurzentrierter Perspektive in der Archaik erlaubt. Die Stärke dieses Modells – und die Besonderheit der Monographie – liegt unter anderem darin, die Manifestationen von Institutionalisierung in ganz verschiedenen gesellschaftlichen Feldern und unterschiedlichen Mediengattungen gemeinsam in den Blick zu nehmen. Am Ende soll eine innovative Studie stehen, die neben den literarischen Zeugnissen unterschiedlicher Gattungen genauso epigraphische wie archäologische Zeugnisse auswertet, welche also etwa homerische Epen und Stasis-Lieder eines Alkaios, Gefäßmalerei und monumentale Ausgestaltung von Heiligtümern sowie Gesetzesinschriften, Grabepigramme und frühe Münzprägung in ein gemeinsames Modell und Narrativ integrieren wird. Flankiert werden diese Forschungen seit 2014 von dem von Prof. Seelentag und Jan B. Meister (Berlin) geleiteten DFG-Netzwerk Konkurrenz und Institutionalisierung in der griechischen Archaik.

2. DFG Netzwerk

DFG Netzwerk Konkurrenz und Institutionalisierung in der griechischen Archaik (2014–2017) gemeinsam mit Jan B. Meister (Humboldt-Universität zu Berlin)

Die griechische Archaik ist eine ausgesprochen dynamische Zeit: Ab dem 8. Jh. v. Chr. entwickelt sich die materielle Kultur in einem für vormoderne Gesellschaften rasanten Tempo, die Übernahme des Alphabets eröffnet völlig neue Möglichkeiten der Kommunikation, und die zumeist kleinformatigen soziopolitischen Gemeinschaften der Poleis bilden neue politische, soziale und religiöse Institutionen aus.
Das Netzwerk nimmt diese Entwicklungen als Ganzes in den Blick und untersucht aus einer dezidiert interdisziplinären Perspektive, wie beziehungsweise ob sich diese Dynamiken gegenseitig beeinflussten und verstärkten. Der Fokus auf ‚Institutionalisierung‘ einerseits und ‚Konkurrenz‘ andererseits bildet den gemeinsamen analytischen Rahmen: Der akteurzentriert verstandene Institutionenbegriff soll dabei helfen, sich von dem einseitig auf das Politische bezogenen und häufig evolutionär verstandenen Modell einer ‚Staatsentwicklung‘ zu lösen. Konkurrenz wiederum soll als indirekter Kampf um die Gunst Dritter verstanden werden und so helfen, das oft beobachtete ‚agonale Denken’ der Griechen genauer zu fassen.
Ziel ist es, zu untersuchen, wie sich in verschiedenen gesellschaftlichen Feldern, wie etwa Politik, Sport, Kunst oder Religion, jeweils eigene Regeln der Konkurrenz ausbildeten und so zu einer Institutionalisierung des jeweiligen Feldes beitrugen. Besonders wichtig wird jedoch die Frage nach der Konkurrenz zwischen Institutionen sein – also die Frage, wie sich konkurrierende Geltungsansprüche der verschiedenen Felder in der Praxis manifestierten. Vierzehn Kollegen und Kolleginnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bilden die Kerngruppe des Netzwerks. Ergänzt von weiteren Kollegen und Kolleginnen kommen wir zu jährlichen Workshops zusammen und führen die Ergebnisse unserer Teilprojekte zusammen. Im Rahmen einer Tagung im November 2017 sowie in einer abschließenden Publikation soll das Gesamtergebnis der wissenschaftlichen Öffentlichkeit präsentiert werden.

 


3. European Network for the Study of Archaic Greece


Im Mai 2017 wurde das European Network for the Study of Archaic Greece in Berlin gegründet. Aufbauend auf dem DFG Netzwerk Konkurrenz und Institutionalisierung in der griechischen Archaik (Laufzeit 2014–2017), welches noch bewusst deutschsprachige Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen versammelte, vereint das European Network eine Kerngruppe von Kollegen und Kolleginnen aus Schottland, England, Frankreich, Italien, Polen sowie aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, um aus einer jüngeren Generation von Wissenschaftlern heraus eine ausdrücklich theoriegeleitete und um Modellbildung bemühte Beschäftigung mit der griechischen Archaik weiter voranzutreiben. Im mindestens jährlichen Abstand werden sich die Beteiligten, die aus der Geschichte und Archäologie, der Philologie und Rechtswissenschaft stammen, zusammen mit ausgewählten Gästen zu bewusst problemorientierten und diskussionsintensiven Arbeitstreffen versammeln.

Jahrestreffen 2019 (Berlin) – Performing Luxury and Austerity in Archaic Greece and Beyond

Mittelalter

  • Wissenswelten und Weltwissen: Hochmittelalterliche Enzyklopädien (Buchprojekt)
  • Untersuchung des städtischen Kommunikationsraums im Spätmittelalter auf der Basis von seriellen Briefbüchern (Köln – Mühlhausen/Thüringen – Nürnberg – Basel) (Tagung 2012, Forschungsprojekt).
  • Kartographie der Regionen: Systematische Sammlung früher Landkarten im ausgehenden 15. und 16. Jahrhundert (Tagung 2012, Buchprojekt, Forschungsprojekte Pro*Niedersachsen 2013-2015 und DFG 2016-2019) (Orbis Terrarum, hrsg. Patrick Gautier Dalche).

    • Der Blick auf die kleine Welt: Frühe, handgezeichnete regionale Landkarten zwischen Mimesis und Metrik: ein überregionaler Vergleich (1500-1650) [Link, PDF] 2013-2015 gefördert durch Pro*Niedersachsen
    • Der Medienwechsel Augenzeugen und Augenschein: "Neues" Raumbewusstsein und die kartographie-historische Entwicklung früher, handgezeichneter regionaler Karten in Hessen (1500-1575) [Link, PDF] seit 2016 gefördert durch DFG

  • Europäische Leitbegriffe und Werte: Die Herstellung von Glaubwürdigkeit: Personen und Foren (Ringvorlesung, Tagung 2008, Forschungsprojekt).
  • Das Phänomen der Fehde als Schnittstelle zwischen Recht und Politik im Prozess der Herausbildung eines herrschaftlichen Gewaltmonopols, (Tagung 2009, Forschungsprojekt).
  • Wirtschafts- und Sozialgeschichte Europas (Buchprojekt).
  • Verfassungs-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte Frankfurts (Die Geschichte der Stadt in neun Beiträgen für die Frankfurter Historischen Kommission).

 

Frühe Neuzeit

 

„Herrschaft, Landschaft und Verwandtschaft: Die Lüneburger Ritterschaft zwischen lokaler Machtausübung, obrigkeitlicher Herrschaft und translokaler Netzwerkbildung“
Bearbeiterin: Wenke Hinz (Laufzeit 2013-2016)
Leitung: Prof. Dr. Michaela Hohkamp
in Kooperation mit der Landschaft des vormaligen Fürstentums Lüneburg
Förderung
: Pro Niedersachsen


Die Macht der Diener. Hausdienerschaft in hofadligen Haushalten, Preußen und Sachsen, 16.-18. Jahrhundert
Bearbeiter
: Dr. Sebastian Kühn
Förderung: DFG

 

Im Aufbau: Internationales Netzwerk "kinship in global perspective"

Dissertationsprojekte

 

Tagungen

  • Vom Pöbel zum Proletariat? Demographie der Unterschichten und soziale Mobilität (26.10.- 27.10.2012, Hannover)
  • Adelsgeschichte(n): Regionen, Fälle, Herausforderungen (11.07.-13.07.2013, Hannover - Celle)
  • Herrschaftsräume - Verwandtschaftsräume. Politisches in der Frühen Neuzeit und seine Logiken (26.11.-29.11.2014, Hannover)

Zeitgeschichte (Deutschland/Europa)


Prof. Dr. Cornelia Rauh, „Nach der Monarchie“: Geschichte und Kultur des Hochadels am Beispiel der Welfen.


Prof. Dr. Cornelia Rauh, Eigentumsordnung und Politische Enteignungen und Restitutionen im 20. Jahrhundert


Prof. Dr. Cornelia Rauh, Praxen und Ökonomisierung der Medizin (19.-21. Jh.)
Projekt im Verbund der Arbeitsgemeinschaft Medical Citicenship des Leibniz Foschungszentrums Inclusiv Citizenship CINC.


Gerrit Hollatz MA, Das Vermögen des Hochadels: Das Haus Hannover 1913-1953.
(DFG-Promotionsprojekt).


Dr. Jonathan Voges, Eine „société des eprits“? Die intellektuelle Zusammenarbeit im Rahmen des Völkerbunds


Der Gorleben-Treck – 40 Jahre danach
Leitung: apl. Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackmermann/Prof. Dr. Thomas Schwark


Grenzgeschichte(n) – Die „Erinnerungslandschaft deutsch-deutsche Grenze“ in der Metropolregion Hamburg
Leitung:
apl. Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann
Förderung: Metropolregion Hamburg


Cultural Heritage als Ressource? (CHER) Konkurrierende Konstruktionen, strategische Nutzungen und multiple Aneignungen kulturellen Erbes im 21. Jahrhundert
Leitung:
Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann
Förderung: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur


Kontinuitäten und Neuorientierungen: Die „Akademie für Raumforschung und Landesplanung“ und das Fortwirken von personellen Netzwerken am Wissenschaftsstandort Niedersachsen nach 1945
Leitung:
Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackmermann
Förderung: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur


Zwischen Tradition und Wandel. Evangelische Frauenklöster und -stifte in Niedersachsen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Leitung: Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann
Förderung: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur/Klosterkammer Hannover

Die Entstehung der modernen Agrarindustrie. Fleischproduktion, -vermarktung und –konsum in der Bundesrepublik 1950 - 1994
Abstract (engl.)
Bearbeiter: PD Dr. Karl Christian Führer
Leitung: Prof. Dr. Cornelia Rauh
Förderung: DFG

 

 abgeschlossene Dissertationsprojekte

Denkmalbestand im Wandel-Ostberliner Baudenkmäler nach 1989
Bearbeiterin: Nina Ziesemer
Betreuung: Prof. Dr. Cornelia Rauh
Förderung: Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Die Do it yourself-Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland in sozial-, konsum- und unternehmensgeschichtlicher Perspektive.
Bearbeiter: Dr. Jonathan Voges
Betreuung: Prof. Dr. Cornelia Rauh
Förderung: Studienstiftung des deutschen Volkes

 

Der sowjetische Auslandstourismus in die "kapitalistischen Länder" des Westens und die "sozialistischen Bruderstaaten" von 1953-1982
Bearbeiter: Dr. Benedikt Tondera
Betreuung
: Prof. Dr. Malte Rolf, Universität Bamberg, früher Hannover
                   Prof. Dr. Cornelia Rauh
Förderung: Studienstiftung des deutschen Volkes

 

Netzwerke der „Achse Berlin–Rom“. Die Zusammenarbeit faschistischer und nationalsozialistischer Führungseliten 1933-1943
Bearbeiter: Dr. Nils Fehlhaber
Betreuung: Prof. Dr. Cornelia Rauh
Die Dissertation erschien 2019 im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen

 

abgeschlossene Forschungsprojekte:

Unternehmer und Migranten aus dem Russischen Reich: Die Ölgroßhändler Kahan (1850-1950)
Mit Veröffentlichung der von Apl. Prof. Dr. Dohrn verfassten Studie, „Die Kahans aus Baku. Eine Familienbiographie“ https://www.wallstein-verlag.de/9783835333420-verena-dohrn-die-kahans-aus-baku.html im Wallsteinverlag Göttingen wurde das Projekt nach mehrjähriger, von der Fritz-Thyssen-Studie finanzierter Forschungsarbeit 2018 erfolgreich abgeschlossen.
Ein Reisestipendium desSchroubek Fonds Östliches
Europa ermöglichte der Autorin Forschungsaufenthalte in Russland und in der Ukraine

Heinz Kluncker als Vorsitzender der ÖTV 1964 – 1982
Bearbeiter: PD Dr. Karl Christian Führer
Leitung: Prof. Dr. Cornelia Rauh
Förderung: Hans Böckler Stiftung

Hebammen im „biopolitischen Laborraum“ des „Reichsgaus Wartheland“ – Geburtshilfe zwischen Privatheit und staatlichem Zugriff
Abstract (engl.)
Bearbeiterin
: Dr. Wiebke Lisner
Leitung: Prof. Dr. Cornelia Rauh
Förderung: DFG

 

Die NS-Geschäfte der Welfen
Leitung: Prof. Dr. Cornelia Rauh
Förderung: Haus Hannover
Teilprojekte:

Charlotta Cordes, Der Herzog [Ernst August von Braunschweig) als Industrie-Unternehmer im Nationalsozialismus? Ausgezeichnet mit dem Nachwuchspreis des Arbeitskreises für Kritische Unternehmens- und Industriegeschichte (AKKU) für das Jahr 2017.

Frauke Engels, Skrupellose Geschäfte? ‚Arisierungen‘ durch Ernst August Herzog zu Braunschweig und Lüneburg.

Gerrit Hollatz, Das Haus Hannover und die Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Vergangenheit nach 1945.

Jan Waitzmann, Vermögensverwaltung und Investmentstrategie des Hauses Hannover zwischen 1933 und 1945.


Die Klosterkammer Hannover im Nationalsozialismus

Leitung: apl. Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann
Förderung: Volkswagen-Stiftung/Klosterkammer Hannover

 

 

Fachdidaktik Geschichte


"Vielfalt, Identität, Erzählung" - Interkulturelles Lernen im Geschichtsunterricht an Hannoveraner Schulen

Prof. Dr. Michele Barricelli, Prof. Dr. Carlos Kölbl, Lena Deuble, M.A., Lisa Konrad, M.A.

Allgemein

Willkommen auf der Forschungsseite des Historischen Seminars!

Geschichte Afrikas und Lateinamerikas

Die Leibniz Universität Hannover startet in die Hauptphase des Maria Sibylla Merian International Centre for Advanced Studies in the Humanities and Social Sciences - Center for Advanced Latin American Studies (CALAS) 2019-2025.

 

Coping with Crises. Wie lösen Gesellschaften in Lateinamerika Krisen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Center for Advanced Latin American Studies (CALAS), das seit 2017 mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit Hauptsitz in Guadalajara/Mexiko, aufgebaut wird. Nach erfolgreicher Evaluation und der Bewilligung von weiteren 12 Mio. € kann das Projekt jetzt in seine Hauptphase (2019-2025) starten. Es handelt sich um das umfangreichste Forschungsprojekt zu Lateinamerika, das bisher mit Bundesmitteln gefördert wurde.

Projektleiterinnen und -leiter sind auf deutscher Seite Prof. Dr. Christine Hatzky vom Centre for Atlantic and Global Studies (CAGS) dieses von der Universität Bielefeld (Prof. Dr. Olaf Kaltmeier) koordinierten Verbundprojekts. Weitere Verbundpartnerinnen und Partner sind Prof. Dr. Hans-Jürgen Burchardt (Universität Kassel), sowie und Prof. Dr. Claudia Hammerschmidt von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. CALAS setzt als internationaler und interdisziplinärer  Leuchtturm neue Akzente in der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung in Lateinamerika, wird Spitzenforschung fördern und lateinamerikanische und deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dauerhaft vernetzen.

Im Mai 2019 startet das erste Laboratory of Knowledge („Wissenslabor“), das Übergänge von Gewalt und Frieden in Lateinamerika erforscht. Projektleiterinnen und -leiter sind Prof. Dr. Christine Hatzky, Prof. Dr. Joachim Michael (Universität Bielefeld), und Prof. Dr. David Díaz und Professor Dr. Werner Mackenbach, beide von der Universität Costa Rica.  Ziel des Verbundprojekts ist es, nicht über Lateinamerikanerinnen und Lateinamerikaner zu forschen, sondern mit ihnen auf wissenschaftlichem Spitzenniveau neue – auch transregionale wissenschaftliche – Ansätze für Problemlösungen in der Praxis zu erarbeiten. Die Einrichtung des CALAS-Merian Zentrums in Guadalajara durch die vier deutschen Projektträger erfolgt in enger Vernetzung mit den CALAS-Regionalzentren in San José/Costa Rica, Buenos Aires/Argentinien und Quito/Ecuador. Die Vertreterinnen und Vertreter der Leibniz Universität Hannover und der Universität Costa Rica bilden zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen der Universidad de Costa Rica das Regionalzentrum „Zentralamerika und Karibik“. Mit dieser dezentralen Konstellation soll CALAS auf ganz Lateinamerika ausstrahlen.

Lateinamerika zeichnet sich wie kaum eine andere Weltregion des globalen Südens durch die kreative Suche nach kulturellen und politischen Strategien zur Bewältigung multipler Krisen aus, die gesellschaftlichen Wandel begleiten und neue Entwicklungspfade aufzeigen. Doch sind die Gesellschaften des Kontinents weder konfliktfrei, noch verläuft die Entwicklung linear und geplant, sondern ist vielmehr nicht selten mit Krisen verbunden. Der interdisziplinäre Projektverbund wird die gegenwärtigen Problemlagen der Gesellschaften Lateinamerikas, ihre Nord-Süd-Verflochtenheit historisch tiefenscharf und im Hinblick auf den dynamischen Gesellschaftswandel untersuchen, den diese Konstellationen im 21. Jahrhundert ausgelöst haben. Ursachen von Krisen und ihre Bewältigungsstrategien stehen zwischen 2019 und 2025 unter weiteren Gesichtspunkten im Mittelpunkt:

 

  • Soziale Ungleichheiten und ihre Herausforderungen
  • Sozial-ökologische Transformation und Umweltschutz
  • Regionale Identitäten/Identitätsbildungsprozesse

 

Ab 2019 werden bis zu 20 renommierte internationale Lateinamerika-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Fellows gleichzeitig am CALAS Hauptsitz in Guadalajara sowie in den Regionalzentren in Lateinamerika an Konzepten und Forschungsfragen arbeiten. CALAS etabliert außerdem Postgraduiertenprogramme und richtet internationale Konferenzen und Workshops in Guadalajara und den Regionalstandorten in Lateinamerika und Deutschland aus.


 

EU-Projekt “ConnecCaribbean” RISE / Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA) der Förderlinie Horizon 2020 (2019-2023) - ConnecCaribbean/Connected Worlds: The Caribbean, Origin of the Modern World – Vernetzte Welten: Die Karibik, Ursprung der modernen Welt

Gemeinsam mit PD Dr. Ulrike Schmieder (Historisches Seminar) und Natscha Rempel M.A. (Romanisches Seminar) ist Prof. Dr. Christine Hatzky als Projektleiterin am internationalen und interdisziplinären Verbundprojekt „ConnecCaribbean“ beteiligt. Im Rahmen der Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA) des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 der Europäischen Union wird es seit dem 01.01.2019 für vier Jahre mit 1,9 Mio. Euro gefördert.

Der Titel „Connected Worlds: The Caribbean, Origin of the Modern World“ verweist auf die Karibik als zentralen geopolitischen Raum, der innerhalb der atlantischen Welt aber auch darüber hinaus auf vielfältige Weise vernetzt ist. Das Projekt bietet durch vielfältige Aktivitäten und Gastaufenthalte die Möglichkeit internationaler wissenschaftlicher Vernetzung: Beteiligt sind insgesamt 84 Professor*innen und Forscher*innen, die zur Karibik arbeiten und insgesamt 15 verschiedene Universitäte

In Europa: Spanien: Agencia Estatal del Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CISC), Madrid (Projektkoordination); Universidad Pablo de Olavide, Sevilla; Universidad de Sevilla; Ediciones Doce Calles, Madrid; Deutschland: Leibniz Universität Hannover; Frankreich: IHEAL-Université Sorbonne Nouvelle, Paris; Italien: Università Cattolica del Sacro Cuore, Mailand.

In Lateinamerika und der Karibik: Dominikanische Republik: Centro de Estudios Caribeño-Pontificia Universidad Católica Madre y Maestra, Santo Domingo; Kuba: Academia de la Historia de Cuba, La Habana; Costa Rica: Centro de Investigaciones Históricas de América Central (CIHAC)-Universidad de Costa Rica, San José; Kolumbien: Universidad del Norte, Barranquilla; Universidad Nacional del Magdalena, Santa Marta;  Puerto Rico: Universidad del Turabo-SUAGM, Gurabo; Chile: Departamento de Literatura, Centro de Estudios Culturales Latinoamericanos (CECLA)-Universidad de Chile, Ñuñoa; Frankreich: Laboratoire Caribéen de Sciences Sociales - Université des Antilles, Martinique.

Die an ConnecCaribbean beteiligten Forscher*innen untersuchen die Verbindungen zwischen der Karibik, Europa und Lateinamerika. Mit einem interdisziplinären und transregionalen Ansatz behandeln sie Themen, die die atlantische Welt seit 1492 prägten und die Region bis heute als Schnittstelle unterschiedlicher Welten begreifen, charakterisiert durch ethnische Vielfalt in Postemanzipationsgesellschaften und den ihr innewohnenden Rassismus, durch die Auswirkungen imperialer Politik, die auch Kulturen des Widerstands hervorgebracht hat und ganz allgemein durch eine intensive Zirkulation von Wissen und Bildern innerhalb und außerhalb der Region.

In der Kolonialzeit, als die Karibik von verschiedenen europäischen Mächten beherrscht wurde, war sie zwar geografisch zwar weit von den politischen Machtzentren der Mutterländer entfernt, aber durch den Anbau von Zucker, Kaffee, Kakao oder Indigo dennoch ein zentraler Motor einer neuen, kapitalistischen Wirtschaftsweise deren Reichtümer auf Sklavenarbeit basierte sowie auf Landbesitz und Kapital in Europa und einem lukrativen transatlantischen Handel. In der Karibik sind auch deshalb die Ursprünge unserer modernen Welt zu suchen.

Europäische Expansion und Kolonialismus standen aber auch am Beginn der Entwicklung neuer Kulturen, Lebensweisen und Identitäten: Europäer trafen auf Indigene und verschleppten im Verlauf der Jahrhunderte Afrikaner und Asiaten in die Region. Entstanden sind daraus eine Vielfalt unterschiedlicher Geschwindigkeiten und eine Vielzahl von Akteuren mit ganz unterschiedlichen Interessen. Diese Diversität prägte die wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Kontakte zwischen den einzelnen Inseln und mit den kontinentalen Küsten, von den Guyanas bis zur mexikanischen Halbinsel Yucatan und Florida, durch Panamas Landenge bis hin zur Pazifikküste Kolumbiens und Ecuadors. Dabei ist die Karibik bis heute eng mit dem übrigen amerikanischen Kontinent, mit Europa und dem Rest der Welt verbunden.

Das Centre for Atlantic and Global Studies (CAGS) wird in den nächsten vier Jahren Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler aus Costa Rica, Chile, Kolumbien und der Dominikanischen Republik empfangen, um gemeinsam mit ihnen Ideen und Forschungsansätze zu diskutieren und weitere gemeinsame Forschungsprojekte zu entwickeln.

Ein Video mit einer Projektbeschreibung (spanisch) sehen Sie hier.

 

 Weitere Forschungsprojekte

 

Symposium „Dealing with Violence - Resolving Conflicts in Africa, Latin America and the Caribbean“ vom 5. bis 7. Oktober 2020 im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Hannover

Förderung: Volkswagenstiftung
Betreuerin: Prof. Dr. Christine Hatzky
weitere Projektbeteiligte: Prof. Dr. Wolfgang Gabbert, Arbeitsbereich Kulturanthropologie und Weltgesellschaft, Institut für Soziologie, Leibniz Universität Hannover und Prof. Dr. Brigitte Reinwald, Afrikanische Geschichte, Historisches Seminar, Philosophische Fakultät, Leibniz Universität Hannover

 

„Zwischen machismo und Befreiung. Die sandinistische Revolution und die bundesdeutsche Nicaragua-Solidaritätsbewegung 1978-1991. Eine genderspezifische Perspektive“
Bearbeiterin: Friederike Appelt M.A.
Betreuerin: Prof. Dr. Christine Hatzky
Förderung: DFG

 Bei den Erben Sandinos. Die transnationale Konstruktion des Nicaraguabildes durch die bundesdeutsche Solidaritätsbewegung und die FSLN (1977-1990)
Bearbeiter: Dr. des. Christian Helm
Bertreuerin: Prof. Dr. Christine Hatzky

“Assim, idealizei um conjunto residencial popular, destinado à classe operária…” Social Housing, Socio-Spatial Segregation and Territorial Stigmatization in Brazil: The Case of the Conjunto IAPI, Belo Horizonte, c. 1940 ˗ 1973
Bearbeiter: Dr. des. Mario Peters
Bertreuerin: Prof. Dr. Christine Hatzky

 

„Eduard Friedrich Poeppig (1798–1868) - Wissenstransfer zwischen Lateinamerika und Deutschland im 19. Jahrhundert“
Bearbeiterin
: Editha Schubert
Betreuerin: Prof. Dr. Christine Hatzky

 

Die Abschaffung der Sklaverei in der Herrnhuter Mission
Prof. Dr. Claus Füllberg-Stolberg

Afroamerikanische Siedler und Missionare in Westafrika
PD Dr. Katja Füllberg-Stolberg


Afrikanische Initiativen zur Abolition
Prof. Dr. Brigitte Reinwald

 

 

Alte Geschichte


1. Monographie: Das Kartell der Agathoi. Die Institutionalisierung von Konkurrenz in der griechischen Archaik

In den kommenden Jahren wird Prof. Seelentag seineForschungen zur soziopolitischen Kultur des archaisch-klassischen Kreta in ein größeres Bild einordnen und der Frage nachgehen, wie sich seit etwa 700 v.Chr. institutionalisierte Organisationsformen in der Welt der griechischen Poleis verbreiteten. Konkret fragt er in seinem aktuellen monographischen Projekt Das Kartell der Agathoi. Die Institutionalisierung von Konkurrenz in der griechischen Archaik nach den Akteuren von Institutionalisierung in dieser Zeit, ihren jeweiligen Motivationen und Handlungsspielräumen. Zu diesem Zweck habt Prof. Seelentag auf Grundlage der Soziologie Georg Simmels und Elementen der Spieltheorie ein Modell des ‘Kartells’ entwickelt, welches uns ein neues Verständnis soziopolitischer Prozesse aus (modell-)akteurzentrierter Perspektive in der Archaik erlaubt. Die Stärke dieses Modells – und die Besonderheit der Monographie – liegt unter anderem darin, die Manifestationen von Institutionalisierung in ganz verschiedenen gesellschaftlichen Feldern und unterschiedlichen Mediengattungen gemeinsam in den Blick zu nehmen. Am Ende soll eine innovative Studie stehen, die neben den literarischen Zeugnissen unterschiedlicher Gattungen genauso epigraphische wie archäologische Zeugnisse auswertet, welche also etwa homerische Epen und Stasis-Lieder eines Alkaios, Gefäßmalerei und monumentale Ausgestaltung von Heiligtümern sowie Gesetzesinschriften, Grabepigramme und frühe Münzprägung in ein gemeinsames Modell und Narrativ integrieren wird. Flankiert werden diese Forschungen seit 2014 von dem von Prof. Seelentag und Jan B. Meister (Berlin) geleiteten DFG-Netzwerk Konkurrenz und Institutionalisierung in der griechischen Archaik.

2. DFG Netzwerk

DFG Netzwerk Konkurrenz und Institutionalisierung in der griechischen Archaik (2014–2017) gemeinsam mit Jan B. Meister (Humboldt-Universität zu Berlin)

Die griechische Archaik ist eine ausgesprochen dynamische Zeit: Ab dem 8. Jh. v. Chr. entwickelt sich die materielle Kultur in einem für vormoderne Gesellschaften rasanten Tempo, die Übernahme des Alphabets eröffnet völlig neue Möglichkeiten der Kommunikation, und die zumeist kleinformatigen soziopolitischen Gemeinschaften der Poleis bilden neue politische, soziale und religiöse Institutionen aus.
Das Netzwerk nimmt diese Entwicklungen als Ganzes in den Blick und untersucht aus einer dezidiert interdisziplinären Perspektive, wie beziehungsweise ob sich diese Dynamiken gegenseitig beeinflussten und verstärkten. Der Fokus auf ‚Institutionalisierung‘ einerseits und ‚Konkurrenz‘ andererseits bildet den gemeinsamen analytischen Rahmen: Der akteurzentriert verstandene Institutionenbegriff soll dabei helfen, sich von dem einseitig auf das Politische bezogenen und häufig evolutionär verstandenen Modell einer ‚Staatsentwicklung‘ zu lösen. Konkurrenz wiederum soll als indirekter Kampf um die Gunst Dritter verstanden werden und so helfen, das oft beobachtete ‚agonale Denken’ der Griechen genauer zu fassen.
Ziel ist es, zu untersuchen, wie sich in verschiedenen gesellschaftlichen Feldern, wie etwa Politik, Sport, Kunst oder Religion, jeweils eigene Regeln der Konkurrenz ausbildeten und so zu einer Institutionalisierung des jeweiligen Feldes beitrugen. Besonders wichtig wird jedoch die Frage nach der Konkurrenz zwischen Institutionen sein – also die Frage, wie sich konkurrierende Geltungsansprüche der verschiedenen Felder in der Praxis manifestierten. Vierzehn Kollegen und Kolleginnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bilden die Kerngruppe des Netzwerks. Ergänzt von weiteren Kollegen und Kolleginnen kommen wir zu jährlichen Workshops zusammen und führen die Ergebnisse unserer Teilprojekte zusammen. Im Rahmen einer Tagung im November 2017 sowie in einer abschließenden Publikation soll das Gesamtergebnis der wissenschaftlichen Öffentlichkeit präsentiert werden.

 


3. European Network for the Study of Archaic Greece


Im Mai 2017 wurde das European Network for the Study of Archaic Greece in Berlin gegründet. Aufbauend auf dem DFG Netzwerk Konkurrenz und Institutionalisierung in der griechischen Archaik (Laufzeit 2014–2017), welches noch bewusst deutschsprachige Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen versammelte, vereint das European Network eine Kerngruppe von Kollegen und Kolleginnen aus Schottland, England, Frankreich, Italien, Polen sowie aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, um aus einer jüngeren Generation von Wissenschaftlern heraus eine ausdrücklich theoriegeleitete und um Modellbildung bemühte Beschäftigung mit der griechischen Archaik weiter voranzutreiben. Im mindestens jährlichen Abstand werden sich die Beteiligten, die aus der Geschichte und Archäologie, der Philologie und Rechtswissenschaft stammen, zusammen mit ausgewählten Gästen zu bewusst problemorientierten und diskussionsintensiven Arbeitstreffen versammeln.

Jahrestreffen 2019 (Berlin) – Performing Luxury and Austerity in Archaic Greece and Beyond

Mittelalter

  • Wissenswelten und Weltwissen: Hochmittelalterliche Enzyklopädien (Buchprojekt)
  • Untersuchung des städtischen Kommunikationsraums im Spätmittelalter auf der Basis von seriellen Briefbüchern (Köln – Mühlhausen/Thüringen – Nürnberg – Basel) (Tagung 2012, Forschungsprojekt).
  • Kartographie der Regionen: Systematische Sammlung früher Landkarten im ausgehenden 15. und 16. Jahrhundert (Tagung 2012, Buchprojekt, Forschungsprojekte Pro*Niedersachsen 2013-2015 und DFG 2016-2019) (Orbis Terrarum, hrsg. Patrick Gautier Dalche).

    • Der Blick auf die kleine Welt: Frühe, handgezeichnete regionale Landkarten zwischen Mimesis und Metrik: ein überregionaler Vergleich (1500-1650) [Link, PDF] 2013-2015 gefördert durch Pro*Niedersachsen
    • Der Medienwechsel Augenzeugen und Augenschein: "Neues" Raumbewusstsein und die kartographie-historische Entwicklung früher, handgezeichneter regionaler Karten in Hessen (1500-1575) [Link, PDF] seit 2016 gefördert durch DFG

  • Europäische Leitbegriffe und Werte: Die Herstellung von Glaubwürdigkeit: Personen und Foren (Ringvorlesung, Tagung 2008, Forschungsprojekt).
  • Das Phänomen der Fehde als Schnittstelle zwischen Recht und Politik im Prozess der Herausbildung eines herrschaftlichen Gewaltmonopols, (Tagung 2009, Forschungsprojekt).
  • Wirtschafts- und Sozialgeschichte Europas (Buchprojekt).
  • Verfassungs-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte Frankfurts (Die Geschichte der Stadt in neun Beiträgen für die Frankfurter Historischen Kommission).

 

Frühe Neuzeit

 

„Herrschaft, Landschaft und Verwandtschaft: Die Lüneburger Ritterschaft zwischen lokaler Machtausübung, obrigkeitlicher Herrschaft und translokaler Netzwerkbildung“
Bearbeiterin: Wenke Hinz (Laufzeit 2013-2016)
Leitung: Prof. Dr. Michaela Hohkamp
in Kooperation mit der Landschaft des vormaligen Fürstentums Lüneburg
Förderung
: Pro Niedersachsen


Die Macht der Diener. Hausdienerschaft in hofadligen Haushalten, Preußen und Sachsen, 16.-18. Jahrhundert
Bearbeiter
: Dr. Sebastian Kühn
Förderung: DFG

 

Im Aufbau: Internationales Netzwerk "kinship in global perspective"

Dissertationsprojekte

 

Tagungen

  • Vom Pöbel zum Proletariat? Demographie der Unterschichten und soziale Mobilität (26.10.- 27.10.2012, Hannover)
  • Adelsgeschichte(n): Regionen, Fälle, Herausforderungen (11.07.-13.07.2013, Hannover - Celle)
  • Herrschaftsräume - Verwandtschaftsräume. Politisches in der Frühen Neuzeit und seine Logiken (26.11.-29.11.2014, Hannover)

Zeitgeschichte (Deutschland/Europa)


Prof. Dr. Cornelia Rauh, „Nach der Monarchie“: Geschichte und Kultur des Hochadels am Beispiel der Welfen.


Prof. Dr. Cornelia Rauh, Eigentumsordnung und Politische Enteignungen und Restitutionen im 20. Jahrhundert


Prof. Dr. Cornelia Rauh, Praxen und Ökonomisierung der Medizin (19.-21. Jh.)
Projekt im Verbund der Arbeitsgemeinschaft Medical Citicenship des Leibniz Foschungszentrums Inclusiv Citizenship CINC.


Gerrit Hollatz MA, Das Vermögen des Hochadels: Das Haus Hannover 1913-1953.
(DFG-Promotionsprojekt).


Dr. Jonathan Voges, Eine „société des eprits“? Die intellektuelle Zusammenarbeit im Rahmen des Völkerbunds


Der Gorleben-Treck – 40 Jahre danach
Leitung: apl. Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackmermann/Prof. Dr. Thomas Schwark


Grenzgeschichte(n) – Die „Erinnerungslandschaft deutsch-deutsche Grenze“ in der Metropolregion Hamburg
Leitung:
apl. Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann
Förderung: Metropolregion Hamburg


Cultural Heritage als Ressource? (CHER) Konkurrierende Konstruktionen, strategische Nutzungen und multiple Aneignungen kulturellen Erbes im 21. Jahrhundert
Leitung:
Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann
Förderung: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur


Kontinuitäten und Neuorientierungen: Die „Akademie für Raumforschung und Landesplanung“ und das Fortwirken von personellen Netzwerken am Wissenschaftsstandort Niedersachsen nach 1945
Leitung:
Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackmermann
Förderung: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur


Zwischen Tradition und Wandel. Evangelische Frauenklöster und -stifte in Niedersachsen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Leitung: Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann
Förderung: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur/Klosterkammer Hannover

Die Entstehung der modernen Agrarindustrie. Fleischproduktion, -vermarktung und –konsum in der Bundesrepublik 1950 - 1994
Abstract (engl.)
Bearbeiter: PD Dr. Karl Christian Führer
Leitung: Prof. Dr. Cornelia Rauh
Förderung: DFG

 

 abgeschlossene Dissertationsprojekte

Denkmalbestand im Wandel-Ostberliner Baudenkmäler nach 1989
Bearbeiterin: Nina Ziesemer
Betreuung: Prof. Dr. Cornelia Rauh
Förderung: Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Die Do it yourself-Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland in sozial-, konsum- und unternehmensgeschichtlicher Perspektive.
Bearbeiter: Dr. Jonathan Voges
Betreuung: Prof. Dr. Cornelia Rauh
Förderung: Studienstiftung des deutschen Volkes

 

Der sowjetische Auslandstourismus in die "kapitalistischen Länder" des Westens und die "sozialistischen Bruderstaaten" von 1953-1982
Bearbeiter: Dr. Benedikt Tondera
Betreuung
: Prof. Dr. Malte Rolf, Universität Bamberg, früher Hannover
                   Prof. Dr. Cornelia Rauh
Förderung: Studienstiftung des deutschen Volkes

 

Netzwerke der „Achse Berlin–Rom“. Die Zusammenarbeit faschistischer und nationalsozialistischer Führungseliten 1933-1943
Bearbeiter: Dr. Nils Fehlhaber
Betreuung: Prof. Dr. Cornelia Rauh
Die Dissertation erschien 2019 im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen

 

abgeschlossene Forschungsprojekte:

Unternehmer und Migranten aus dem Russischen Reich: Die Ölgroßhändler Kahan (1850-1950)
Mit Veröffentlichung der von Apl. Prof. Dr. Dohrn verfassten Studie, „Die Kahans aus Baku. Eine Familienbiographie“ https://www.wallstein-verlag.de/9783835333420-verena-dohrn-die-kahans-aus-baku.html im Wallsteinverlag Göttingen wurde das Projekt nach mehrjähriger, von der Fritz-Thyssen-Studie finanzierter Forschungsarbeit 2018 erfolgreich abgeschlossen.
Ein Reisestipendium desSchroubek Fonds Östliches
Europa ermöglichte der Autorin Forschungsaufenthalte in Russland und in der Ukraine

Heinz Kluncker als Vorsitzender der ÖTV 1964 – 1982
Bearbeiter: PD Dr. Karl Christian Führer
Leitung: Prof. Dr. Cornelia Rauh
Förderung: Hans Böckler Stiftung

Hebammen im „biopolitischen Laborraum“ des „Reichsgaus Wartheland“ – Geburtshilfe zwischen Privatheit und staatlichem Zugriff
Abstract (engl.)
Bearbeiterin
: Dr. Wiebke Lisner
Leitung: Prof. Dr. Cornelia Rauh
Förderung: DFG

 

Die NS-Geschäfte der Welfen
Leitung: Prof. Dr. Cornelia Rauh
Förderung: Haus Hannover
Teilprojekte:

Charlotta Cordes, Der Herzog [Ernst August von Braunschweig) als Industrie-Unternehmer im Nationalsozialismus? Ausgezeichnet mit dem Nachwuchspreis des Arbeitskreises für Kritische Unternehmens- und Industriegeschichte (AKKU) für das Jahr 2017.

Frauke Engels, Skrupellose Geschäfte? ‚Arisierungen‘ durch Ernst August Herzog zu Braunschweig und Lüneburg.

Gerrit Hollatz, Das Haus Hannover und die Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Vergangenheit nach 1945.

Jan Waitzmann, Vermögensverwaltung und Investmentstrategie des Hauses Hannover zwischen 1933 und 1945.


Die Klosterkammer Hannover im Nationalsozialismus

Leitung: apl. Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann
Förderung: Volkswagen-Stiftung/Klosterkammer Hannover

 

 

Fachdidaktik Geschichte


"Vielfalt, Identität, Erzählung" - Interkulturelles Lernen im Geschichtsunterricht an Hannoveraner Schulen

Prof. Dr. Michele Barricelli, Prof. Dr. Carlos Kölbl, Lena Deuble, M.A., Lisa Konrad, M.A.