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Geschichte Lateinamerikas und der iberischen Welt

Geschichte Lateinamerikas und der iberischen Welt

Das Fachgebiet Geschichte Lateinamerikas und der iberischen Welt liegt den Schwerpunkt auf den interkulturellen Austausch und die globalen Verbindungen, die die Geschichte des Kontinents seit der Ankunft der iberischen Imperien, Spanien und Portugal, geprägt haben und Ausgangspunkt für die Epoche der Frühen Neuzeit waren. Mit diesem Ansatz wird Lateinamerika in das eingeordnet, was in der neueren Literatur als „Iberische Welt“ bezeichnet wird, d.h. die verschiedenen Regionen in Europa, Amerika, Asien und Afrika, die unter den Einfluss der portugiesischen und spanischen Imperien gerieten und den bedeutenden Raum für globale Verbindungen darstellten.

Während Lateinamerika oft im Kontext von Prägungen und Interaktionen mit Europa und dem Westen gelesen wurde, stellt eine globale Perspektive die Geschichte Lateinamerikas in ein breiteres Panorama mit Asien und Afrika, welche die langfristigen historischen Entwicklungen der Region maßgeblich beeinflusst haben. Ziel dieses Ansatzes ist es, herauszufinden, wie weltumspannende Kommunikationsprozesse nicht notwendigerweise zu Homogenisierung und Standardisierung führten, sondern vielmehr die interkulturelle Verständlichkeit erhöhten und gleichzeitig regionale Unterschiede hervorbrachten.

Kern dieses Fachgebiets ist eine Forschungsagenda zu entwickeln, die sich auf die Dezentrierung der Geschichte Lateinamerikas und der iberische Kolonialgeschichte konzentriert. Dabei handelt es sich sowohl um einen erkenntnistheoretischen als auch methodologischen Ansatz, der lokalen Geschichten und gelebten Erfahrungen Vorrang einräumt. Damit soll der Primat europäischer Erfahrungen und Handlungsfähigkeit in vielen Aspekten der Forschung zu Lateinamerika korrigiert werden. Dieser Ansatz soll aber auch die kulturelle und institutionelle Vielfalt Lateinamerikas hervorheben und aufzeigen, wie sich diese Traditionen auf die Entwicklung der Großregion ausgewirkt haben.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Geschichte der Entwicklung des Rechts, der Politik und Gesellschaft. Lateinamerika und die iberische Welt waren seit der Kolonialzeit des frühen 16. Jahrhunderts ein bedeutendes Laboratorium für rechtliche, politische und soziale Innovationen, welche den Grundstein für eine Neue Welt legten, die sich institutionell vom europäischen Vorbild unterschied. Diese Institutionen wurden jedoch mehr praktiziert als theoretisiert und haben daher in der Intellectual History und der Begriffsgeschichte bisher nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdienen. Ein solcher Schwerpunkt ermöglicht es, diese institutionellen und von Europa abweichenden Entwicklungen herauszuarbeiten, um eine Globalgeschichte des Rechts und der Politik zu rekonstruieren.

 

Thematische Schwerpunkte 

  • Geschichte Lateinamerikas 16. bis 20. Jahrhundert
  • Iberische Imperien in globaler Perspektive
  • Sozial- und Globalgeschichte des Rechts seit 1500 (bes. Iberische Kolonialreiche und Lateinamerika)
  • Globalisierung und Modernisierung aus der Sicht des Global South
  • Soziale Bewegungen und politische Organisationen in Lateinamerika (19.-20. Jh.)
  • Arbeiterbewegungen, Arbeitsrecht und soziale Rechte (19.-20. Jahrhundert)
  • Theorie, Methoden und Geschichte der Geschichtsschreibung

TEAM DES FACHGEBIETS GESCHICHTE LATEINAMERIKAS UND DER IBERISCHEN WELT


Fachgebietsleitung

Prof. Dr. Manuel Bastias Saavedra
Professorinnen und Professoren
Sprechzeiten
Do. 10:00 - 11:00 Uhr
Adresse
Im Moore 21
30167 Hannover
Gebäude
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