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Mittelalterliche Geschichte

Zwischen dem Niedergang der römischen Kultur und der bewussten Indienstnahme antiker Traditionen in der Renaissance datiert jener mittlere Zeitabschnitt von ca. 1000 Jahren, für den sich die Epochenbezeichnung Mittelalter eingebürgert hat. Die zeitlichen Schnitte von Anfang und Ende werden höchst unterschiedlich definiert. Die herkömmliche Praxis an deutschen Universitäten siedelt diese arbeitspragmatisch zwischen 500 und 1500 an. Der behandelte Raum wird durch die damals bekannte Welt – Europa, Asien, Afrika – begrenzt und mit den Entdeckungsreisen um die neuen Welten erweitert.

Die Mittelalterliche Geschichte am Historischen Seminar nimmt die Geschichte des gesamten Zeitraums in den Blick. Soweit es die jeweilige Themenstellung verlangt, wird auf die beginnende Frühe Neuzeit ebenso ausgegriffen wie auf die Spätantike zurückgeschaut. In der Lehre wird das Fachgebiet in seiner gesamten Breite in allen Studiengängen, an denen das Fach Geschichte beteiligt ist, abgedeckt.

Die universelle Ausrichtung des Fachgebiets verlangt – entlang der Forschungsdiskussionen und in methodischer Multiperspektivität – eine breite Themenvielfalt in den klassischen historischen Arbeitsgebieten der Hilfswissenschaften, der Kultur-, Politik-, Kirchen-, Religions-, Wirtschafts-, Sozial-, Rechts-, Ideen-, Wissens- und Alltagsgeschichte des Mittelalters. Diese klassischen Themenfelder werden in den globalen Kontext eingebunden, ohne die lokale und regionale, materialgestützte Tiefenschärfe aus den Augen zu verlieren. Der Blick konzentriert sich dabei auf die kulturelle Evolution, ihre Kontinuitäten und Brüche, ihre Analogien und Differenzen.

Besondere Schwerpunkte liegen auf der Wirtschafts- und Sozialgeschichte einzelner Haushalte aus unterschiedlichen sozialen Gruppen in einer sich entwickelnden Marktgesellschaft und der damit verbundenen zunehmenden Ökonomisierung ländlicher und städtischer Lebenswelten; einer Verfassungsgeschichte, die sich als Geschichte der politischen Kommunikation begreift und ein spezifisch mittelalterliches Verhältnis von Individuen zu ihren Gesellschaften beschreibt; sowie einer Ideen- und Geistesgeschichte neuerer Ausprägung, die angelehnt an eine quantifizierende historischen Semantik und qualitative Hermeneutik wertorientierte Leitbegriffe ermittelt und im gesellschaftlichen Kontext verortet.

Angeschlossen ist das Fachgebiet inneruniversitär an den interdisziplinären Masterstudiengang „Atlantic Studies in History, Society and Culture“ sowie die Forschungsinitiative „TRUST“.

Hauptamtlich Lehrende