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Alte Geschichte

Kerngebiet der Alten Geschichte sind die antiken Kulturen des Mittelmeerraumes und Mitteleuropas in der Zeit von der Entstehung der griechischen Bürgerstaaten ab dem 8. Jh. v.Chr. bis zum Untergang des weströmischen Reiches um 500 n.Chr.

  

An der Leibniz Universität wird das Fach Alte Geschichte als eine national und international vernetzte und gleichermaßen von Theoriebildung und Methodenreflexion sowie Funden und Befunden geleitete Geschichtswissenschaft der antiken Welt betrieben. Dem Fach sind die ganz unterschiedlichen Zugriffe historischer Forschung zu eigen, die etwa von der politischen Ereignis- und Verfassungsgeschichte über die Wirtschafts- und Sozialgeschichte zur Neuen Kulturgeschichte und Institutionenökonomie reichen.

  

Eine Besonderheit althistorischer Lehre und Forschung liegt in der intensiven Auseinandersetzung mit den Grundwissenschaften. In der Erforschung und Vermittlung einer Epoche mit häufig nur geringer Dichte zeitgenössischer Zeugnisse ist es unbedingt notwendig, alles zur Verfügung stehende Quellenmaterial gemeinsam in den Blick zu nehmen: literarische und inschriftliche Zeugnisse, Münzen, Papyri und archäologische Zeugnisse. Diese der Alten Geschichte innewohnende Methodenvielfalt und Multiperspektivität sind in den Schwerpunkten unserer Lehrenden in Lehre und Forschung deutlich.

 

Prof. Dr. Gunnar Seelentag hat einen seiner Schwerpunkte in der griechischen Archaik. Ihn interessiert, wie – und warum – seit etwa 700 v.Chr. Institutionen in der Welt der Bürgerstaaten verbreitet wurden. Vor allem in seiner Analyse von Gesetzesinschriften, die Wege zur Einhegung von Konflikten zu etablieren suchten, doch auch eine stabile Machtbasis für die Eliten festigten, sieht er Perspektiven für die Frage nach den Ursprüngen und treibenden Kräften griechischer Bürgerstaatlichkeit. Daneben widmet er sich etwa Fragen der Politischen Kultur der Römischen Republik und Kaiserzeit. Ihn interessiert etwa, mithilfe welcher Rituale politische Ordnungen ihre Legitimität inszenierten und damit Sinnstiftung betrieben. Ein weiterer seiner Schwerpunkte in der Lehre ist die historisch-vergleichende Sozialgeschichte unterelitärer Schichten, etwa Sklaven, Freigelassener und der Landbevölkerung.

  

Dr. des. Elisabetta Lupi forscht schwerpunktmäßig zur Kulturgeschichte der archaischen und klassischen Zeit. Im Fokus ihres Interesses steht die Magna Graecia. Zum einen untersucht sie die kulturellen Kontakte zwischen dem ionischen und dem ägäischen Raum. Hierbei kann sie die Herausbildung einer überregionalen Wertegemeinschaft identifizieren. Zum anderen beschäftigt sie sich mit antiken Vergangenheits- und Raumvorstellungen vor allem im Hinblick auf wiederkehrende Erzählmotive und Erklärungen für historische Prozesse. Dabei spielt für sie unter anderem der Diskurs um Luxus eine zentrale Rolle, in welchem Konsumpraktiken, ethische Einstellungen und politische Ordnungsvorstellung einen Zusammenhang bilden. Weitere Schwerpunkte in ihrer Lehre sind Formen von Imperialismus, das attische Theater und Theorien zur Erinnerungskultur. 

  

Anne Vater M.A. hat einen Forschungsschwerpunkt in der griechischen Archaik. Für diese Zeit und dem Übergang zur griechischen Klassik kann sie anhand einer Vielzahl von Quellengattungen die Entwicklung verschiedener Statusgruppen sowie das Verhältnis von sozialem und rechtlichem Status nachvollziehen. Hierfür verwendet sie neben den kretischen Gesetzesinschriften und frühgriechischer Dichtung auch archäologische Befunde, die stets eine Relevanz für die althistorische Forschung haben. Ein weiterer ihrer Schwerpunkte ist die Untersuchung verschiedener Rechtssysteme von den frühen griechischen Gesellschaften über die athenische Klassik bis hin zur römischen Kaiserzeit mit ihren ausdifferenzierten Gesetzescorpora. Dabei interessieren sie gerade auch nichtliterarische Quellengattungen wie die auf Papyri erhaltenen Petitionen des Römischen Ägypten und verschiedene epigraphische Zeugnisse.

 

Die Alte Geschichte der Leibniz Universität kooperiert seit Jahren eng mit dem Museum August Kestner, zum einen durch die gemeinsame Vortragsreihe „Hannoversche Altertumswissenschaftliche Vorträge, zum anderen durch gemeinsame Lehrveranstaltungen und Exkursionen.